Tier VIII

T77

Infos für Interessenten:

Mit dem T77 kommt mal wieder etwas frischer Wind unter die amerikanischen Premiums und dieser Wind hier ist wirklich verdammt frisch.

Der Neuling bringt eine ganze Menge ungewöhnlicher Eigenschaften mit, die ihn recht schwer mit Fahrzeugen seiner Stufe vergleichen lassen – aber das betrachten wir mal der Reihe nach.

Der Einfachheit halber beginnen wir mal mit der Plattform.
Optisch erinnert der T77 mit seinem Wiegeturm und 8° Negativrichtwinkel stark an die Fahrzeuge der amerikanischen Autoloader ab Tier 8.
Im Gegensatz zum Tier 8 Gegenstück der Linie wird uns der T77 als Heavy angeboten und in eingeschränktem Maß hat er auch ein wenig Panzerung. Große Flächen seiner Turm- und Wannenfront bewegen sich um die 200-220mm, mit ein paar Rundungen hier und da, die für den ein oder anderen Autobounce sorgen.
Die Panzerung ist dennoch keinesfalls verlässlich oder innerhalb seiner Stufe sinnvoll einsetzbar, bringt aber im Vergleich zu Papierpanzerung trotzdem Vorteile mit. So hat man doch etwas mehr Spielraum für eine Rettung durch RNG und man kann Kleinkram leichter verprügeln. Bei Letzterem ist aber trotzdem Vorsicht geboten. Nicht nur ist die Rohrwiege wie bei seinen Brüdern aus dem Forschungsbaum ein hauchzarter Weakspot, er muss zusätzlich auch noch im Bereich unter der Kanone großflächig mit 170mm flacher Panzerung auskommen, sodass auch vermeintlich wehrlose Gegner mit etwas Wissen um Weakspots zuverlässig Schaden machen können.

Ein Heavy mit nicht wirklich vorhandener Panzerung hat ja oftmals etwas bessere Mobilität und der T77 macht hier keine Ausnahme. Beschleunigung und Drehgeschwindigkeit ähneln stark denen von anderen mobilen Heavys wie dem IS-3 und dem Emil 1951, wobei die 48 km/h Höchstgeschwindigkeit des T77 eher im Bereich der 45 km/h des Emils liegen.

Die Optik des T77 erinnert ja nun wirklich sehr stark an die amerikanischen Autoloader im Hightier und die Gemeinsamkeiten enden nicht in diesem Bereich. Auch die Kanone bedient sich deren klassischer Eigenschaften.
Der T77 bekommt genau wie seine Brüder einen Autoloader, dessen Besonderheit der flotte Intraclip-Reload und ein relativ kleines Magazin ist. In diesem Fall sprechen wir von 3 Schuss zu je 360 Schaden mit 2 Sekunden Intraclip. Damit haut der T77 saftige 1080 Schaden in nur 4 Sekunden raus.

Drei mal 360 Alpha rufen uns doch einen Premiumheavy ins Gedächtnis, den wir eben erst bei der Mobilität verglichen haben. Richtig. Der Emil 1951 hat einen ähnlichen Clip, braucht aber 1.5 Sekunden mehr um seinen Schaden anzubringen.
Das klingt jetzt zwar in Sekunden ausgedrückt nicht viel, ist aber mit 37.5% erheblich langsamer und in der Praxis merkt man da auch einen gewaltigen Unterschied.
Der flotte Intraclip lässt dem Gegner einfach viel weniger Zeit zum Reagieren – völlig egal ob es darum geht ihn auf Kette zu halten, den Clip reinzuhämmern bevor dieser den Turm gedreht/nachgeladen hat oder in Deckung gefahren ist.

Als kleinen Bonus macht der T77 auch etwas richtig, was der T69 völlig falsch macht: Er kommt mit einem richtig guten Standarddurchschlag von 232mm APCR daher und auch seine 299mm HEAT sind absolute Spitze.

Also haben wir nach aktuellem Stand einen Emil 1951, der seine Turmpanzerung und etwas Gundepression gegen einen flotten Intraclip und mehr Durchschlag getauscht hat.

Leider endet die Geschichte für den T77 noch nicht an dieser Stelle. WG scheint nach dem Debakel mit dem ein oder anderen etwas stark geratenem Premium etwas vorsichtiger zu sein.
Der Neuling bekommt das gleich an zwei Stellen zu spüren: Softstats und DPM.

Zu Allererst einmal sind die Softstats an sich besser als beim Emil und bewegen sich knapp hinter denen des T69 mit dafür besserer Zielzeit und Genauigkeit. Allerdings ist der Wert für den aufgehenden Zielkreis nach dem Schuss erheblich schlechter als bei jedem anderen Autoloader seiner Stufe, was den flotten Intraclip abseits vom Nahkampf weitgehend aushebelt.

Das wäre jetzt an sich sogar noch verschmerzbar, wenn der Reload für den kleinen Clip mit einem Basiswert von 40 Sekunden nicht so unfassbar lang wäre.

Das Konzept des Fahrzeuges sagt: „Los ran an den Gegner ab ins Gesicht!“ direkt gefolgt von einem „Bitte warten – noch 40 Sekunden bis zum nächsten Schuss.“
Solche Reloads kennt man auch von Panzern wie den Batchats im Hightier – aber die haben dafür einen großen Clip und sind schnell genug zum wegfahren.

Das bricht ihm gewissermaßen das Genick, wenn da nicht das neue Zubehör wäre. Es gibt sicherlich viele Möglichkeiten den T77 auszurüsten, aber eine klare Empfehlung geht dahin das Gunhandling und die Beweglichkeit so gut wie es geht zu verbessern, damit die Schüsse treffen und man nachher besser wegkommt.

Eine Kombination aus Stabilisator, Drehmechanismus und Turbolader greift hier perfekt ineinander, da alle Teile gleich mehrere Werte beeinflussen.
Der Turbo erhöht die Motorleistung und die Höchstgeschwindigkeit, der Drehmechanismus ergänzt das mit einer besseren Drehgeschwindigkeit der Wanne und des Turms. Zusätzlich bringt der Drehmechanismus aber noch ein besseres Gunhandling, was man mit einem Stabi nochmal verbessern kann.

Das dadurch aufkommende Medium-Gefühl steht dem T77 deutlich besser als die Rolle des behäbigen Heavys ohne Panzerung und lässt die Stärken des Autoloaders komfortabler ausspielen.

Fazit/TL;DR:

Der T77 bringt eine Miniversion des T57 Heavy auf Tier 8, verzichtet aber im Gesamtpaket auf eine sehr wichtige Eigenschaft: Die schnelle Nachladezeit des kompletten Clips.

Ein T57 Heavy, der beim Rückzug eingeholt wird, überrascht seinen Gegner sehr oft mit einem schon wieder nachgeladenen Clip und nimmt ihn aus dem Spiel. Nicht selten wird das von einem weiteren Gegner bemerkt, der im Gegenzug den jetzt leeren Autoloader überraschen will und sich auch noch eine Packung abholt, weil der T57 während der Anfahrt schon wieder nachgeladen hat.

Beim T77 bleibt genau dieses Gameplay komplett auf der Strecke. Er will mit seinem kleinen aber flott ausgeteilten Clip schnell an den Gegner ran und muss sofort wieder verschwinden um dann nach einer längeren Nachladezeit wieder an der richtigen Stelle aufzutauchen.
Als Heavy – auch wenn er ein eher fixer Heavy ist – fehlt ihm dafür die Mobilität.

Mit der entsprechenden Ausrüstung kann man dank Zubehör 2.0 aber etwas nacharbeiten und seine Stärken an den wichtigen Stellen noch etwas unterstützen. Mit einer Optimierung auf Mobilität und Gunhandling steht ihm die Rolle als Autoloadermedium ziemlich gut und sein großes Potential wird eigentlich nur noch von seiner langen Nachladezeit zurückgehalten, die ihm im schnellen WOT von 2020 leider viel zu oft das Genick bricht.