Infos für Interessenten:

Der Chrysler K ist ein … sagen wir mal sehr spezielles Fahrzeug, welches bei seinem ersten erscheinen in bei einem bekannten Streamer eine dermaßen emotionale Reaktion auslöste, dass dieser nach etwas hin- und her seinen Status als Communitycontributor verlor.

Den Grund für die Reaktion werde ich für alle nicht Eingeweihten während des Reviews mit erörtern.

Rein von der Kampfkraft und seinen Fähigkeiten her ist der Chysler K einer der potentesten (hihi ich habe potent gesagt) Heavys auf Tier 8. Seine Mischung aus Panzerung, Mobilität, sehr gutem Gunhandling und einer für einen Heavy herausstechenden Genauigkeit von 0.35 geben ihm in jedem Gefecht eine vernünftige Rolle die er besetzen kann. Bei der Panzerung eines vorweg: Die Weakspots in Form der MG-Ports sind nur optischer Natur. Hinter diesen befindet sich im Hitbox-Modell ganz einfach nur banal die Oberwanne.

Im Nahkampf ist die Panzerung auf der Oberwanne effektiv ca. 240mm, während die Unterwanne auf ca. 215mm kommt. Winkelt man den Chrysler korrekt an, dann kommt er in Begegnungen auf kurzer Distanz überall auf wenigstens 240mm und ist damit für seine Gegenstücke ohne Premiummunition nicht zu durchschlagen.

Auf etwas Distanz wird die Oberwanne durch den veränderten Winkel etwas stärker und geht auf 260mm hoch, während die Bodenwanne auf 205mm abfällt. Aber auch auf Distanz kann der Chrysler wieder korrekt gewinkelt werden, sodass die Bodenwanne auf 220mm kommt und damit für die meisten Kanonen seiner Konkurrenz wieder nicht mehr ohne Premiummunition durchschlagen werden kann. Der Turm hat frontal an seiner dünnsten Stelle 240mm und auch die Kommandantenkuppel macht da keine Ausnahme. Durch die 6° Gundepression kann der Chrysler diesen harten Turm zwar nicht überall einsetzen, hat aber immerhin genug davon um viele Positionen gut bespielen zu können.

Da der weakspotbefreite Turm hinten liegt, ist der Chrysler natürlich der perfekte Sidescraper auf Tier 8. Gut aufgestellt haben selbst 10er ihre Schwierigkeiten diesen 8er Heavy aus dem Weg zu räumen.

Allerdings ist hier Vorsicht geboten:

Die Seiten sind groß und flach, womit sie im Gegensatz zu der magischen Schottpanzerung auf sowjetischen Fahrzeugen keinen Spielraum für Fehler zulassen. Einmal kurz zu weit gewinkelt und man bekommt den Schuss durch die Seite. Die Kanone ist die bekannte amerikanische 105mm vom T29 und T32 mit 320 Alpha und 198 Durchschlag. Nur hat sie in diesem Fall eine kleine Besonderheit: Die Premiummunition hat nicht wie bei den Gegenstücken aus dem Forschungsbaum 245mm, sondern gleich mal 260mm Durchschlag.

Da das gute Handling mit der sehr flotten Zielzeit und der guten Genauigkeit im aktuellen Matchmaking nicht immer hilft um die 198mm herumzuarbeiten, muss man doch etwas häufiger die 2 drücken, was das Creditpotential in der Praxis oftmals gering hält. Die Mobilität ist für einen Heavy sehr ordentlich. Sein Leistungsgewicht ist besser als bei vielen Mediums und seine ausreichende Höchstgeschwindigkeit von 35 km/h erreicht er quasi sofort. Auch seine Drehgeschwindigkeit weiß zu überzeugen, da sie nur knapp unter dem Niveau eines IS-3 auf festem Untergrund liegt und im Gelände kaum weniger wird. Erst im sumpfigen Areal wie im Tal auf Lakeville ist es dann vorbei mit der guten Wendegeschwindigkeit, was aber eigentlich bei jedem Fahrzeug so ist.

Wer ihn bekämpfen muss hat zwei Optionen:

Im Nahkampf feuert man besonders mit gleichstufigen Heavys einfach mit Premiummunition durch die Oberwanne und auf etwas Distanz mit eben selbiger durch die Unterwanne. Wer auf Biegen und Brechen auf Premiummunition verzichten will hat es da etwas schwieriger. In dem Fall hilft kommen lassen und auf Winkelfehler zu warten. Gerade in hügeligen Bereich wird die Bodenwanne beim Zurückwinkeln über eine Bodenwelle sehr schwach und auch die Seiten werden schnell mal etwas überwinkelt. Macht der Fahrer des Chryslers diese Fehler nicht, dann ist ein Schuss über das innere Kettenrad eine Option. Zu erkennen ist diese Stelle durch das Schutzblech.

In der Praxis ist ein gut gespielten Chrysler mit anderen 8er Heavys kaum zu bezwingen und besonders wenn der Chrysler mal Toptier ist, kann man ihm ohne eine Überzahl oder einem Fahrzeug in der Flanke kaum beikommen. Gebalanced wird der Chrysler für gewöhnlich über seinen Fahrer. Da seine Panzerung nur von den Winkeln lebt wird jeder noch so kleine Fehler in der Positionierung gleich bestraft und in der Praxis sieht man nur selten Chrysler die gut performen.

Fazit / TL;DR / Lösung der Kontroverse um das Fahrzeug:

Der Chrysler K war der erste Premiumpanzer, welcher gar keine Weakspots (der Defender hat 150mm Kommandantenkuppeln) mehr hatte, obwohl diese optisch am Panzer vorhanden sind. Damit zwingt man die Spieler gewissermaßen ihn mit Premiummunition zu bekämpfen, während er selbst aufgrund seines niedrigen Standarddurchschlages auch öfters auf Premiummunition zurückgreifen muss, welche bei ihm dann auch noch besser ist als bei der selben Kanone im Forschungsbaum. Ein Premiumpanzer welcher besser als das Fahrzeug aus dem Forschungsbaum ist und auf Premiummunition angewiesen ist taugt nicht als Creditgrinder. Damit bleibt dem Chrysler K nur die Rolle als lustiger Statspadder der das Random ruiniert.

Der bekannte Streamer der das kritisierte, hat sich dabei etwas gehen lassen und Wargaming ein paar sehr unschöne Dinge an den Kopf geworfen. Auch wenn er im Kern Recht hatte und solche Fahrzeuge ein schlechter Weg für das Spiel sind, so hätte er seine Kritik wohl etwas bedachter formulieren müssen, damit er seinen Status als CC nicht verliert.

Wer darüber nachdenkt ihn sich zu kaufen sei gewarnt:

Damit der Chrysler wirklich gut performt muss er im aktuellen Matchmaking seine Einkünfte opfern und ordentlich gespielt werden. Als anfängerfreundlicher Creditgrinder taugt er daher keinesfalls. Gute Spieler denen das Einkommen egal ist können beherzt zugreifen und sich hier einen sehr starken 8er Heavy gönnen, wenn es ihr Portomonaie und vor allem ihr Gewissen zulässt. :hiding: